Malta will in die Top Five Europas
Mit "Vision 2050" mehr Lebenszufriedenheit, mehr Qualitätstourismus, mehr Einkommen

Von Fred Hafner
La Valetta. Jetzt greift Matteo Camilleri zum Rostspray. Reichlich besprüht er die Stelle am Schiffsrumpf, an der die verrostete Schraube sitzt. Und wirklich: Nach ein paar Sekunden kann er sie herausdrehen. Neue Schraube rein, erledigt. „Nur noch kurz mit der Schleifmaschine drüber, und die Stelle ist wie neu,“ freut sich der 28-Jährige Malteser. Er stammt aus einer Bootsbauer-Familie. Wobei das vielleicht übertrieben klingt, denn es geht um ein Luzzu. So heißen die kleinen, typisch bunten Fischerboote in Malta, mit denen gefischt wird. Mit denen aber auch viele Touristen gefahren werden. Dann heißen sie Dgħajsa. Die Boote haben eine lange Tradition. Sie sind ikonischer Teil des maltesischen Erbes und werden zum Fischen, aber eben auch für Touristen genutzt, überall auf Malta: in La Valetta am Grand Harbour, zwischen den Three Cities, im Fischerdorf Marsaxlokk, an der berühmten Blauen Grotte. Die Boote tragen immer leuchtende Farben (blau, gelb, rot, grün). Und am Bug sind fast immer zwei Augen aufgemalt, das sogenannte „Auge des Osiris“ oder „Auge des Horus“. Sie sollen die Fischer vor Unheil schützen.


Kleine Bootshäuser dienen zur Reparatur der Boote. Manchmal wird aber auch unter freiem Himmel geschraubt und geschliffen. Danach müssen die Luzzus schnell wieder ins Wasser – die Touristen warten schon
Mit über 520.000 Einwohnern ist Malta eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt. Trotz seiner geringen Größe bietet die Insel eine hohe Lebensqualität und kulturelle Vielfalt. Malta ist nicht nur für die Malteser ein Zuhause. Eine große Gemeinschaft von Expats aus der ganzen Welt lebt auf der Insel. Sie bringen neue Ideen, Traditionen, Geschmäcker mit und machen Malta so zu einem Schmelztiegel der Kulturen. Die internationale Atmosphäre ist besonders in Städten wie La Valetta, St. Julian’s und Sliema spürbar.

Blick auf Maltas Hauptstadt La Valetta: Die Zahl der Boote am Großen Hafen ist fast unüberschaubar
Stadtführerin Julie führt uns durch die Hauptstadt. Die City ist rechtwinklig angelegt, die Wege sind kurz. „Hier in Valletta sehen wir viel italienischen Barock“ sagt Julie. „Er zeichnet sich gegenüber dem normalen Barock durch noch mehr Verzierungen und noch mehr spielerische Elemente aus.“ Und richtig: Egal ob am Grand Masters Palast, der Muża Gallery (Kunstmuseum) oder der berühmten St. Johns Co-Cathedral – überall üppige Verzierungen an den Außenfassaden. Wenige Minuten zuvor besteigen wir einen Riesen-Fahrstuhl. Der bringt uns von der Unter- in die Oberstadt. Der Ausblick vom Upper Barraka Garden auf das Hafengelände und die „Three Cities“ ist überwältigend. Diese drei befestigten Städte ragen im Grand Harbour gegenüber der Hauptstadt Valletta ins Meer. Vittoriosa (Birgu) ist die älteste der drei Städte, bekannt als Sitz der Johanniter. Senglea (L-Isla) ist die mittlere Halbinsel, oft einfach als „Insel“ bezeichnet. Und Cospicua (Bormla), die größte der drei Finger, liegt im Süden der anderen beiden. Wir teilen uns zu viert ein Dgħajsa und fahren ca. 20 Minuten hinüber. Maximal sechs Personen finden Platz, wir sitzen quasi direkt über der Wasseroberfläche. „Die Fahrt kostet 20 Euro, unabhängig von der Zahl der Passagiere“, sagt unser Bootsführer Luca. Das ist preiswert. Natürlich stammt auch Luca aus einer Bootsfamilie, erzählt er. Zwischen 10 und 20 Fahrten absolviere er täglich, das reiche zum Leben und für den Unterhalt der Boote. Den Job teile er sich mit seinem Bruder. Sein Vater repariert lieber im Bootshaus, erzählt uns Luca während der Überfahrt. Gekonnt manövriert er uns im großen Hafenbecken um elegante Kreuzfahrt- und dicke Frachtschiffe, schnelle Fähren und den anderen Luzzus herum. Drüben angekommen besichtigen wir das Fort St. Angelo und die Inquisitors Palast. Beides monumentale Bauwerke aus dem 16. Jahrhundert, die viel über die Geschichte Maltas erzählen.

Links die Festung, rechts ein Teil der Three Cities, drei Finger, die ins Meer reichen

Ausblicke von Upper Barrakka Garden, den man bequem mit einem Riesenlift erreicht

Malta ist beliebt: Vier Millionen Touristen kommen jährlich auf die kleine Inselgruppe im Mittelmeer, südlich von Sizilien vor der Küste Afrikas gelegen. Die Briten (20,9 Prozent der Besucher) sind Spitzenreiter, dann folgen Italiener (14,5) , Polen (9,6), Franzosen (7,1) und Deutsche (6,5) im Touri-Ranking. Für Malta ist der Tourismus der größte Wirtschaftszweig. Dann folgen die Landwirtschaft und als drittes bereits die Spieleindustrie, das sogenannte Gaming. Sie lockt vor allem IT-Spezialisten ins Land. Denn Malta bietet ganzjährig hohe Lebensqualität und gesichertes Einkommen. Es hat eine sehr internationale Bevölkerung inzwischen, ist beliebt wegen der Jobs, wegen des Klimas und wegen seiner Kosmopolität.
Bekannt ist Malta für seine über 7.000 Jahre alte Geschichte. Verwöhnt ist es durch sein ganzjährig sonniges Klima mit über 3.000 Sonnenstunden jährlich! Beliebt ist Malta bei Tauchern und Sprachschülern. Der Inselstaat im Mittelmeer bietet beeindruckende UNESCO-Weltkulturerbestätten, darunter die Hauptstadt Valletta und prähistorische Tempel. Cineasten reizen berühmte Drehorte wie Mdina für Filme und Serien wie „Game of Thrones“.

Die St. John’s Co-Cathedral ist die Konkathedrale des römisch-katholischen Erzbistums in Valletta. Sie wird als Ko-Kathedrale bezeichnet, weil sie als zweiter Sitz des Erzbischofs von Malta neben der Kathedrale St. Paul in Mdina dient

Die Auberge de Castille ist auch der Amtssitz des Premierministers von Malta

Üppige Pracht innen: St. John’s Co-Cathedral
Aber Malta hat ein (Luxus-) Problem: Es bietet mehr Arbeitsplätze als Menschen im erwerbsfähigen Alter. Das ist ein wichtiger Grund für den hohen Zuwanderungsgrad aus aller Welt. In dieser Gemengelage initiiert Malta jetzt etwas Besonderes: The „Malta Vision 2050“. Das ist nicht weniger als ein ganzheitlicher Plan für die Entwicklung aller Bereiche der Insel für die nächsten 25 Jahre. „Mit der Malta Vision 2050 arbeiten wir an einer besseren Zukunft für alle, Einheimische wie Touristen. Für sie entwickeln wir einen 25-jährigen strategischen Rahmen unserer wirtschaftlichen, touristischen und kulturellen Entwicklung, unterstützt durch Zwischenziele für 2035“, sagt Regierungssprecher Anthony David Gatt.

Offizielle Eröffnungsshow der Malta Vision 2050 in der Hauptstadt La Valetta
Die Strategie von Malta Vision 2050 basiert auf vier Säulen: nachhaltiges Wirtschaftswachstum, bürgernahe Dienstleistungen, ein modernes Bildungssystem sowie intelligente Land- und Meeresnutzung. Die dafür umzusetzenden Projekte und Ziele sind konkret definiert: moderne, nahtlose Mobilität, zukunftsfähige Gesundheits- und Bildungssysteme für alle, Energie-, Klima- und Umweltentwicklung für ein Grünes Malta sowie Modernisierung des Grand Harbour. Das Budget für das Programm dürfte in die dreistelligen Milliardenbereich gehen. Maltesische Journalisten sprechen gar von möglichen Billionen Euro. Ronald Mizzi, Staatssekretär und Leiter von Malta Vision 2050, mag die Gesamt-Investitionen für das Programm auf Nachfrage in einer Pressekonferenz nicht beziffern. Aber er erklärt, dass eine Mischung aus staatlichem und privatem Kapital erforderlich ist. Malta ist auch dafür gut gerüstet. Denn das Land gilt seit langem als dynamisches Finanzzentrum im Mittelmeerraum. Hier sind die Hauptsitze verschiedener Fonds und Versicherer angesiedelt.
„Malta Vision 2050“ dürfte auch in der Bevölkerung gut ankommen, soll mit dem Programm doch vor allem deren Lebensqualität erhöht werden. So wollen die Malteser beim Human Development Index (ein UN-Index für Bildung, Gesundheit und Lebenserwartung) vom derzeitigen Platz 24 weltweit bis 2025 unter die ersten zehn kommen. Beim verfügbaren EInkommen, bei dem die Malteser derzeit auf dem Niveau der Italiener und Zyprioten liegen, will man bis 2035 mit den Franzosen gleichziehen. Und bis 2050 sogar mit den Finnen, die als einkommensstärkste in Europa pro Kopf gelten! Schließlich die Lebenszufriedenheit: Hier liegt Malta derzeit auf Platz 9 in der EU, bis 2050 will man unter die ersten fünf kommen.
„Über ein für alle eingerichtetes und zugängliches online-Portal kann der Fortschritt bis zum Zwischenziel 2035 und dann bis 2050 auf allen Gebieten gemessen werden. Ein Lenkungsausschuss überwacht Zwischenschritte und greift notfalls ein“, sagt Regierungssprecher Gatt. Unter diesen Bedingungen ist zu erwarten, dass die Akezptanz für dieses Programm national unter den Einheimischen groß ist. Und international ist das Programm „Malta Vision 2050“ durchaus ein Paukenschlag, gerade in diesen unruhigen, krisenbehafteten Zeiten weltweit.

Wie gemalt: Blick auf die Hauptstadt La Valetta durch eine Festungsmauer

Im Zentrum der rechtwinklig angelegten City: Viel Flair in den schmalen Gassen
Was Vision 2050 für den Tourismus bedeutet? „Wir setzen jetzt noch mehr auf Qualität statt Quantität“, bringt es Sharon Falzon, Managerin bei Malta Tourism Authority (MTA), auf den Punkt. Aus zwei Gründen ist das der richtige Weg: Erstens sind vier Millionen Touristen jährlich bei nur 520.000 Bewohnern heute bereits zahlreich. Und so soll die Touristenzahl bis 2050 „nur“ auf 4,5 Mio steigen. "Zweitens", sagt Managerin Falzon, "können wir auf unserer kleinen Insel wegen des begrenzten Platzes kaum noch neue Hotels bauen." Umso mehr will Malta Kultur- und Geschichtsinteressierte Besucher anlocken, gern auch Wiederholer. Und weniger die in Mallorca und anderswo inzwischen berüchtigten Partygangs. Und den Qualitätstouristen will Malta mit mehr kleinen und feinen Boutiqehotels beste Bedingungen für ihren Aufenthalt bieten.
Am nächsten Tag verlassen wir die Hauptstadt. Uns zieht es nach Mdina. Das sind zwar nur 15 Kilometer, die Fahrt dauert aber 40 Minuten. Der Verkehr ist gewöhnungsbedürftig in Malta, gerade auch für Mietwagenfahrer. Nicht nur wegen des Links-Verkehrs (ein Erbe der jahrhundertelangen britischen Kolonialherrschaft – das auch nachmittags bei der Teezeremonie regelmäßig aufersteht), sondern vor allem wegen der vielen Autos. Malta hat einen sehr hohen Motorisierungsgrad: Auf 500.000 Menschen kommen mehr als 300.000 registrierte Autos! Fast jede Familie besitzt mehrere davon. Und es ist üblich, dass Jugendliche zum 18. Geburtstag ein (gebrauchtes) Auto geschenkt bekommen. Autofahren ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens auf Malta, weil die Insel klein und der öffentliche Nahverkehr begrenzt ist. Dies führt zu erheblichen Staus, insbesondere in den Städten.
Der öffentliche Nahverkehr besteht hauptsächlich aus Bussen. Die sind zwar gut vernetzt, aber oft überfüllt und manchmal unzuverlässig. Viele Malteser bevorzugen daher das eigene Auto, um flexibel und unabhängig zu sein. Dies führt neben Staus auch zu einem Mangel an Parkplätzen. Die Regierung arbeitet an verschiedenen Initiativen, um den Verkehr zu entlasten, etwa durch Förderung von Carsharing und besseren Busverkehr. Auch hier soll Vision 2050 viel verbessern.


500.000 Einwohner, 300.000 Autos: Stau auf Maltas Straßen ist so allgegenwärtig wie die Sonne auf der Insel. Benzin ist mit 1,34 Euro pro Liter sehr günstig
Mdina ist mit nur 248 Einwohnern sehr klein, war aber bis ins 16. Jahrhundert die alte Hauptstadt Maltas. 2011 wurde hier die erste Staffel von Game of Thrones gedreht. Wir laufen weiter zur direkt daneben liegenden Stadt Rabat mit ihren 12.000 Einwohnern. Überall in der Zwillingsstadt Mdina/Rabat wird 2.000 Jahre alte Geschichte lebendig.


Mdina: Das Große Tor und die St. Paul Kathedrale. Sie wurde 1696 bis 1705 erbaut und ist die älteste Kirche des Landes, mit barocken Fresken, Stichen und anderen Kunstwerken



Wo am Tage Menschen auch mal drängeln, hat man nachts Mdina ganz für sich allein ...
Mittags führt uns Stadtführerin Mariella direkt ins Leben der Einheimischen. Sie besucht mit uns eine typische „Pastizzerias“. Die ist rammelvoll mit Maltesern. Wir sind die einzigen Touristen, wie es scheint. Zum Tresen muss man sich durchschieben. Und wird dafür belohnt: Der Imbiss ist günstig, herzhaft und schnell. Das absolute Highlight sind Pastizzi – knusprige Blätterteigtaschen gefüllt mit Ricotta oder Erbsenpüree. Weitere Klassiker sind Ftira (belegtes Fladenbrot) und Qassatat (Mürbeteigtaschen mit verschiedenen Füllungen). Die Preise sind mit 75 Cent bis maximal 2 Euro pro Stück sehr günstig.

Alle mit blauem Käppi: Austauschschüler an der Stadtmauer von Mdina. Malta ist wegen der englischen Sprache gefragt bei Schülern und Studenten aus der ganzen Welt


City von Rabat: Die Stadt liegt fußläufig zu Mdina. Geschichte auf Schritt und Tritt
Wer Malta besucht, muss Marsaxlokk und die Blaue Grotte gesehen haben. Das alte Fischerdorf liegt an einer landschaftlich wunderschönen Bucht. Und es erhält durch diese traditionellen Fischerboote ein einzigartiges Flair. Außerdem handelt es sich um ein ideales Bildmotiv auf Malta, sodass man sich den Weg zum Hafen mit den Luzzu Booten in Marsaxlokk auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Sonntags ist Fischmarkt. Dann strömen die Einheimischen nach Marsaxlokk und kaufen den Fischern ihren frischen Fang ab.
Wir genießen das nationale Softgetränk namens Kinnie. Es besteht aus über 20 Gewürzen und Bitterorangen und wurde ursprünglich entwickelt, um mit Cola zu konkurrieren. Es ist in Malta allgegenwärtig und an jeder Straßenecke erhältlich, jedoch in kaum einem anderen Land. Der Geschmack von Kinnie ist einzigartig – weniger süß und mit einem bitteren Unterton. Uns mundet´s sehr gut.


Fischer am Strand von Marsaxlokk: Der Fang war wieder reichlich heute morgen. Jetzt werden die Netze geflickt
Auch die Blaue Grotte bietet Postkartenmotive. Wieder nehmen wir in einer Dgħajsa Platz – diesmal mit Schwimmwesten – und schippern in die kleine Höhle. Sie ist nur vom Wasser aus erreichbar. Die 20-minütige Tour kostet zehn Euro und ist stark nachgefragt. Alle fünf Minuten legt ein kleines Boot ab. Leider haben sich um den Abfahrtsort herum viele Restaurants mit überlauter Musik (vor allem Bässen) etabliert, die so ganz und gar nicht zur wunderschönen Natur passt. In der Höhle ist davon zum Glück nichts zu hören. Wir sind allein mit glasklarem Wasser, fantastischem Licht und plätschernden Höhlenwänden.


Mystische Blaue Grotte: Nur mit dem Boot erreichbar
Weiter gehts zu den Dingli Cliffs, nur zwei Kilometer von Rabat entfernt. Die Sandsteinfelsen sind mit 253 Metern Maltas höchster Punkt. Hier ist Malta überraschend grün. Man kann wandern, wir probieren einen typischen Maltesischen Kaffee (vermischt mit gerösteter Zichorie, Nelken und Anis), plaudern mit einem Bulgaren, der seit 23 Jahren auf Malta lebt: „Es gibt nichts Schöneres“, ruft er uns zum Abschied zu. Schließlich gehts noch zur Ausgrabungsstätte Ħaġar Qim. Sie ist über 5000 Jahre alt und einer der fünf großen maltesischen Tempelkomplexe. In Ħaġar Qim befinden sich Überreste von vier Tempeln, der am besten erhaltene Tempel ist der Südtempel.

Dingli Cliffs, 253 m hoher Sandsteifelsen und höchster Punkt Maltas

Maltesischer Kaffee: mit gerösteter Zichorie, Nelken, Anis – und angeblich exklusiv am Dingli Cliff


Ausgrabungsstätte Ħaġar Qim, über 5.000 Jahre alt: mit großer Schutzplane überdeckt
Nach drei Tagen fliegen wir schon zurück. Der kurze Besuch in Malta hat uns beeindruckt. Malteser sind bekannt für ihre Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. Egal, ob man nach dem Weg fragt, Empfehlungen für Restaurants, den Bus oder Mietwagen sucht – die Einheimischen helfen. Aufgrund der wechselhaften Geschichte der Insel, die von verschiedenen Nationen beherrscht wurde, sprechen fast alle Malteser drei Sprachen fließend: Maltesisch, Englisch und Italienisch. Bis in die 1990er Jahre gab es keine englischsprachigen Fernsehsender, sodass viele Malteser Italienisch durch das Fernsehen lernten. Englisch ist die zweite Amtssprache, Maltesisch ist die Nationalsprache. Die Kriminalitätsrate auf Malta ist sehr niedrig. Unabhängig von Alter oder Geschlecht kann man sich auf der Insel sicher fühlen, egal wo man sich befindet. Dies trägt wesentlich zur Lebensqualität und dem Wohlbefinden der Einwohner bei.


Luzzus überall: in La Valetta am Hafen, an der Blauen Grotte, hier aber mit Schwimmwestenpflicht

Comino, die kleinste der drei großen Inseln Maltas
Am letzten Abend treffen wir zufällig noch einmal auf Bootsbauer Matteo Camilleri. Diesmal hat er wenig Zeit, seine Gäste warten schon auf die Überfahrt mit ihm. Hat er schon einmal von „Vision 2050 gehört“? „Ja, gestern Abend wurde die Eröffnungsshow übertragen", sagt er. Die sei cool gewesen. Aber Details des Programms kenne er noch nicht. Was denkt er über Vision 2050? „Mir gehts gut als Malteser. Ich kann von meiner Arbeit mit den Touristen und den Booten ganz gut mit meiner Familie leben. Aber wenn’s noch besser wird, warum nicht …“, lacht Matteo und schippert schon wieder los – mit neuen Gästen durch den Grand Harbour.
Fazit: Für so ein kleines Land wie Malta ist es absolut entscheidend, sich auf seine Stärken zu besinnen. Damit kann Malta als Vorbild für ganz Europa dienen! „Malta Vision 2050“ ist nicht nur ein Programm, sondern es ist eine öffentliche Verpflichtung für das gesamte Land und seine Einwohner. Einen ersten Zwischenstopp wird es 2035 geben. Dann werden die Malteser neu justieren. (März 2026)
Fotos: Hafner
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Anreise:
Malta ist von vielen deutschen Flughäfen in ca. 2,5 Stunden erreichbar
Infos:
- Malta liegt in der Mitte des Mittelmeers und besteht aus drei Hauptinseln: Malta, Gozo und Comino. Fähren verbinden sie, eine Brücke gibt es nicht.
- Die Währung ist Euro, Malta gehört zum Schengen-Raum.
- Malta bietet im Vergleich zu anderen europäischen Zielen ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.
- Auf Malta herrschaft Linksverkehr, ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit.
- DIe Winter sind mild, die Sommer heiß. Frühling und Herbst eignen sich besonders für einen Besuch.
- Malteser lieben das Feiern. Ein Höhepunkt ist der Karneval im Februar.