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Weltweit einmalig

Zentrum für Islamischen Zivilisation in Taschkent feierlich eröffnet. Präsident Mirziyoyev: "Plattform des Friedens, der Güte, des Wissens und der Aufklärung – „zum Nutzen Usbekistans als auch der gesamten Weltgemeinschaft.“

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Von Fred Hafner

Taschkent. In Taschkent hat am 17. März 2026 das Zentrum für Islamische Zivilisation eröffnet. Dieses Zentrum hat das Ziel, durch die Vermittlung der Wissen, Förderung der Bildung und Aufklärung den Extremismus zu bekämpfen und eine Plattform für den Dialog aller Wissenschaften, Kulturen, Religionen zu sein. Die offizielle Eröffnung des Zentrums fand im Beisein von Präsidenten Shavkat Mirziyoyev statt. Das Staatsoberhaupt betonte, dass es in der heutigen, sehr unruhigen Zeit besonders wichtig sei, sich noch stärker bewusst zu machen, welch großes und wahrhaft unschätzbares Gut der Frieden ist. Er unterstrich, dass der größte Reichtum Usbekistans darin bestehe, dass die mehr als 38 Millionen Einwohner des Landes „wie eine freundliche, geeinte Familie zusammenlebt.“ Dabei waren ebenso die Leiter aller religösen Vertretungen in Usbekistan, Vertreter internationalen Organisationen sowie des diplomatischen Korps.

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"Modernste Technologie im Innern mit 3D-Mapping

Das Zentrum für islamische Zivilisation in Taschkent ist ein modernes architektonisches Meisterwerk, das in jahrhundertealten Traditionen wurzelt. Es stellt eine eindrucksvolle Verbindung von Tradition und Moderne dar. Der 10 Hektar große, dreistöckige Komplex lässt die architektonische Pracht des mittelalterlichen Zentralasiens wieder aufleben und verbindet historische Handwerkskunst mit moderner Technologie.

Der einzigartige Komplex befindet sich auf einer Fläche von fast zehn Hektar, während die gesamte Nutzfläche des Gebäudes etwa 50.000 Quadratmeter beträgt. Hier wurden Ausstellungsräume eingerichtet wie „Die vorislamische Zeit auf dem Gebiet Usbekistans“, „Die Erste und Zweite Renaissance“ sowie „Neues Usbekistan – Fundament der Dritten Renaissance“.

Bei der Gestaltung und Erweiterung der Museumsausstellungen wurde umfangreiche Arbeit geleistet. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 1.500 Exponate hinzugefügt, darunter etwa 800 alte Handschriften, archäologische Funde und historische Karten. Zudem wurde eine Zusammenarbeit mit ausländischen Auktionshäusern, großen Sammlern und Kunsthändlern aufgebaut, wodurch 743 Originalexponate ins Land gebracht werden konnten.

Im Hauptsaal des Zentrums – dem Saal des Heiligen Korans – hat eines der sechs ältesten Koranhandschriften der Welt, der Usman Koran, einen ehrenvollen Platz eingenommen. Dort sind auch seltene Koranmanuskripte aus verschiedenen historischen Perioden ausgestellt.

Der Koran-Saal mit einem 50 Tonnen schweren Swarovski-Kronleuchter und die Ruhmeshalle mit Naturmarmor-Mosaiken zeigen damit das lebendige Erbe Usbekistans. Das 160 Meter lange Gebäude verfügt über vier symmetrische, 34 Meter hohe Portale, wobei das Ulugh-Beg-Portal vom Registan in Samarkand inspiriert ist. Handgefertigte Details usbekischer Kunsthandwerker, von geschnitzten Türen bis hin zu Seidenteppichen mit Koranversen, heben die traditionellen Fertigkeiten aus Samarkand, Buchara, Khorezm und Termez hervor.

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Die architektonische Pracht des mittelalterlichen Zentralasiens lebt wieder auf und verbindet historische Handwerkskunst mit moderner Technologie

Die Initiative zum Bau des Zentrums wurde auf der 72. Sitzung der UN-Generalversammlung vorgestellt. Sie fand breite Unterstützung in der Weltöffentlichkeit, insbesondere in der islamischen Welt. Das Projekt wurde ohne Hast, wohlüberlegt und auf Grundlage wissenschaftlicher Studien und Untersuchungen umgesetzt.

So entstand neben dem „Hazrati-Imam-Komplex“ ein ganzer orientalischer Stadtteil mit einem unverwechselbaren architektonischen Erscheinungsbild.

Im Zentrum kann man in einem gemeinsamen Bildungsraum die Zeugnisse der alten Geschichte und Zivilisation Usbekistans sehen und sich vom intellektuellen und kulturellen Potenzial des usbekischen Volkes überzeugen. 

Modernste Technologie erweckt das Zentrum durch 3D-Mapping zum Leben und verbindet Jahrhunderte von Geschichte mit moderner Kunst. Jedes Element spiegelt das Engagement Usbekistans wider, seine Vergangenheit zu ehren und gleichzeitig zeitgenössische Innovationen vorzunehmen.

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An der Eröffnung nahmen Leiter aller religösen Vertretungen in Usbekistan, Vertreter internationalen Organisationen sowie des diplomatischen Korps teil

Nach Einschätzung internationaler Experten hat Usbekistan der Welt gezeigt, dass sich im Land eine eigenständige wissenschaftliche Schule zur Erforschung und Popularisierung des Erbes der islamischen Zivilisation entwickelt und über ein enormes intellektuelles Potenzial verfügt. 

Am Entwurf, Bau und an der technischen Ausstattung des Zentrums mit modernen Informationstechnologien waren Spezialisten aus vielen Ländern beteiligt – darunter Frankreich, China, das Vereinigte Königreich, die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate, Russland, die Türkei, Deutschland, Spanien, Italien, Malaysia, Aserbaidschan, Saudi-Arabien, Indien sowie Staaten Zentralasiens.

Der Präsident bedankte sich bei allen Architekten, Bauarbeitern und Ingenieuren, Wissenschaftlern und Gelehrten, internationalen Partnern und Experten, insbesondere den „Mitgliedern der Weltgesellschaft zur Erforschung, Bewahrung und Popularisierung des kulturellen Erbes Usbekistans.“

 

Zum Abschluss äußerte der Präsident sich überzeugt, dass das Zentrum der islamischen Zivilisation in Usbekistan für immer eine Plattform des Friedens, der Güte, des Wissens und der Aufklärung bleiben wird – „zum Nutzen sowohl unseres Volkes als auch der gesamten Weltgemeinschaft.“

Usbekistan-Infos:

 

Anreise: von Deutschland über Istanbul oder Baku nach Taschkent (8 Stunden). Alternativ direkt ab Frankfurt oder München nach Taschkent (6,5 Stunden).

Einreise: visafrei bis 30 Tage, Pass erforderlich

Geld: 1 Euro entspricht 13.600 usbekische Som. Bargeld ist King, kleine Dollar- und Euro-Scheine mitnehmen

Gesundheit: Auslands-KV sehr empfehlenswert

Fotografieren: Wer Menschen aufnimmt, sollte vorher um Erlaubnis fragen. Ansonsten kaum Einschränkungen, außer an Grenzen und militärischen Anlagen.

Essen und Trinken: Die Versuchungen der exzellenten Küche mit großen Obst- und Gemüseangebot sind gewaltig. Um Durchfallerkrankungen zu vermeiden, ist besonders in den ersten Tagen etwas Zurückhaltung empfohlen. Ansonsten gilt die alte Regel: "Peel it, boil ist, cook it or forgoet it." Vor großen Restaurants finden sich am Eingang oft Handwaschbecken.

Beste Reisezeit: Wegen der großen Sommerhitze März bis Juni oder September bis November

Reiseveranstalter: Inzwischen ist die Auswahl für Reisen nach Zentralasien oder auch nur in einzelne Länder groß. Ein guter Allrounder ist trendtours.

www.trendtours.de

 

 

Islamische Bauwerke:

 

Moschee: Die Moschee war und ist als zentraler Treffpunkt und Ort des Gebetes wichtigstes islamisches Bauwerk. Dank vieler Neubauten in den Jahren seit der Unabhängigkeit findet man heute auch in Usbekistan in jeder Stadt und jedem Dorf wieder Moscheen. In deren massiven Kuppelgebäude bildet die nach Mekka ausgerichtete und Mihrab genannte Gebetsnische den zentrale Bezugspunkt. Sie ist die „Pforte zum Himmel“.

 

Minarrett: Die meisten Moscheen haben ein oder mehrere Minarette. Diese Turmbauten dienten in der Vergangenheit in erster Linie dem Geistlichen, um die Gläubigen fünfmal täglich zum Gebet (namaz) aufzurufen. Heute übernimmt das moderne Technik.

 

Medrese: DIe Medrese (madrasa) ist eine muslimische Bildungseinrichtung, häufig auch Koranschule genannt. Sie besteht in der Regel aus einem rechteckigen Innenhof, um den in zwei Stockwerken die Studien- und Wohnräume für die Schüler gruppiert sind. Fenster und Ausgänge gehen ur zum Innenhof. Das Eingangsportal ist häufig sehr prachtvoll. 

 

Mausoleum: Das Mausoluem (maqbara) ist ein besonders prachtvolles Grabmal zum repräsentativen Gedenken an Verstorbene und deren Vermächtnis. Es kombiniert eine Gruft und einen Andachtsraum auf einer oder zwei Etagen. 

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