Privatsphäre groß geschrieben
- 11. Feb.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Feb.
5-Sterne-Hotel "Das Stue" punktet mit einzigartiger Lage im Berliner Tiergarten

Von Fred Hafner
Berlin. Hier wird Privatsphäre noch groß geschrieben. Etwas versteckt mitten im Botschaftsviertel und direkt am Berliner Tiergarten, aber dennoch fußläufig zur City West und dem Kurfürstendamm, liegt „Das Stue“. Das luxuriöse 5-Sterne-Hotel bietet nur 77 Zimmer und ist damit auch innen überschaubar. In den Zimmern finden die Gäste jeweils ab 35 bis maximal 150 Quadratmeter Wohnfläche in einer Suite.
Zum Hotel gehören zwei Gebäude. „Das heute denkmalgeschützte historische Haus wurde 1936 eröffnet. Es war ursprünglich für die dänische Gesandtschaft gebaut worden“, erzählt Hoteldirektor Zeev Rosenberg. Er stammt aus einer Hotelfamilie, schon Großeltern und Eltern führten interessante Häuser. Seit 23 Jahren ist Rosenberg in der Berliner Hotellerie unterwegs, seit 15 Monaten leitet er „Das Stue“.
Aber wie ging die Geschichte des "Stue" weiter? Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Hotel von der Deutschen Post übernommen. Sie richtete im Gebäude ein Schulungszentrum ein. 2007 kaufte es eine spanische Familie. „Die haben dann fünf Jahre umgebaut“, sagt Rosenberg, der kein Hehl daraus macht, die lange Umbauzeit nicht zu verstehen. Dann übernahm die Accor-Gruppe das Hotel.
Einen Höhepunkt gab es wieder 2013, als das Neubaugebäude eröffnet wurde. Der Kontrast zwischen altem und neuem Gebäude fällt äußerlich natürlich auf, im Hotel ist er kaum spürbar, so elegant hat der Architekt die Symbiose gelöst. Äußerlich „(über)hängt“ der Neubau elegant und fast tollkühn das Ensemble, innen hat man von den oberen Stockwerken aus überall einen unverstellbaren Blick in den Tiergarten, über den Zoo und über Berlins westliche und östliche Skyline.
Fast tollkühn: Von außen "überhängt" der Neubau des "Stue" das historische Gebäude
Das Erscheinungsbild des „Stue“ ist sehr repräsentativ. Die runde Straßenfront erinnert an die Geschäftshausarchitektur der 1920er und 1930er Jahre. Die symmetrische Straßenfassade ist mit Muschelkalkplatten verkleidet. Ungewöhnlich ist die Gestaltung des Eingangsbereichs des Gebäudes. Die Eingangshalle ist teils mit Granit ausgekleidet. Sie wird von seitlichen Treppenaufgängen flankiert.
Im historischen Gebäudeteil des Hotels verfügt jede Etage über einen ausladenden Treppenabsatz, dessen Verzierungen die lange Geschichte des Gebäudes vermitteln. Elegante Originalparkettböden, französische Türen, restaurierte Holzeinlagen und die Helligkeit erzeugen einen Kontrast zu den gemütlichen Sitzgelegenheiten. Gäste werden animiert, sich umzuschauen und inne zu halten. So gibt es eine dreistöckige Bibliothek mit einer breiten Auswahl an Büchern über Themen wie Kunst, Architektur, kreativer Gegenwartskultur und Tieren, wie auch Kataloge von Berliner Künstlern und Galerien.
Eingangsbereich teils mit Granit ausgestaltet und Tischtennisbällen als Beleuchtung. Barbereich und einladende Sitzmöbel mit viel Platz dazwischen für Privatsphäre
110 Mitarbeiter inklusive Aushilfen sorgen sich um das Wohl der maximal 144 Gäste, in der Praxis ist das Verhältnis Gast zu Mitarbeiter 1:1. Denn die Auslastung liegt bei etwa 75 Prozent, sagt Rosenberg.
Die Gästestruktur ist einzigartig, ein Mix, größtenteils im Alter zwischen 40 und 65 Jahren. „Bei uns nächtigen viele Manager und Politiker, die wirklich ihre Ruhe haben möchten und benötigen. Dazu kommen Entertainment Gruppen, Hollywood-Stars und bekannte deutsche Musiker. Sie wohnen auch mal gern einen Monat lang hier. Aber wir haben auch junge Familien mit kleinen Kindern im Haus, was mich immer besonders freut“, sagt Rosenberg.
Auch Veranstaltungen finden im „Stue“ statt, so etwa gerade die „Berlin Opening Night“ der Berlinale. Dafür bietet das Hotel eine große Loge mit einer Terrasse und Blick in den Tiergarten. „Sie wird auch von unserer Politprominenz geschätzt“, sagt Rosenberg.
Das Hotelrestaurant „Carta Blanche“ hat sich auf französische Speisen spezialisiert. Es gibt neben Austern diverse andere Köstlichkeiten. „Ein Prinzip ist uns wichtig“, betont der Chef, „nicht zu teuer sein.“ Damit scheint man einen Nerv zu treffen. Preise um die 40 Euro für ein Hauptgericht finden nicht nur die Hotelgäste passend. Auch zahlreiche Laufkundschaft kommt gern ins Restaurant. „Wir haben etwa 50 Prozent Hotelgäste und 50 Prozent von außerhalb im Restaurant“, sagt Rosenberg und betont: „Wir haben auch die Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie an unsere Gäste zurückgegeben.“
Das Hotelrestaurant "Carte Blanche" mit Kupferpfannen an der Decke als Blickfang. Die ausgewählten französischen Speisen zu angemessenen Preisen wissen nicht nur die Hotelgäste zu schätzen
Ansonsten hält der Chef den Hotelmarkt in Berlin für einen der schwierigsten in Deutschland, gerade auch im 5-Sterne-Bereich. Vieles wird über Dumpingpreise statt über Qualität angeboten. Dagegen grenzt sich „Das Stue“ ab – mit vielen Alleinstellungsmerkmalen: „Wir sind sehr familiär, bieten garantierte Privatsphäre und haben als einziges Hotel Europas einen direkten Zugang zum Zoo“, freut sich Rosenberg. Der ist exklusiv für Hotelgäste, und viele nutzen ihn. Sie kaufen ihr Ticket an der Hotelrezeption, der Rezeptionist begleitet sie in den Garten, öffnet eine verschlossene Pforte – und schon stehen die Gäste mitten im Zoo mit seinen vielen Tieren.
Ein Doppelzimmer im „Stue“ kostet ab 350 Euro, die Suiten vierstellig. „Beim großflächigen Stromausfall in Berlin haben wir Zimmer ab 190 Euro angeboten", sagt Rosenberg. Er ist überzeugt, man konkurriere gerade nicht mit den anderen 5-Sterne-Häusern der Stadt, weil die Lage und Privatsphäre im „Stue“ einzigartig sind. Man habe deshalb auch viele Stammgäste. Neue Gäste kämen oft über persönliche Empfehlungen ,also „Mund zum Mund-Propaganda“. „Das Stue“ ist auch ein Ausbildungsbetrieb, man kann hier Hotelfachmann oder -frau lernen. Künftig sollen auch Köche ausgebildet werden.
Doppelzimmer im 5. Stock: Weiter Blick direkt vom Bett über Berlin, langer Balkon zum Genießen
Rosenberg kritisiert die Stadt Berlin, die die Zeit nach Corona nicht gut manage. „Es gibt bis heute keine wirkliche Vision für den Tourismus. Der Flughafen hat keine guten Verbindungen. Aber wir müssen unseren Gästen hohe 7,5 Prozent City-Tax abverlangen, haben viele Demos und bieten den Touristen eine schmutzige Stadt. Das sind alles sind Gründe, warum inzwischen leider weniger internationale Gäste nach Berlin kommen.
Doch dann kommt er gleich wieder auf sein geliebtes Haus zu sprechen. „Es war immer mein Traum, dass ´Stue´ zu leiten, weil es das schönste Hotel in Berlin ist“, sagt Rosenberg. Ich trage das Hotelgen in mir. Schon mein Urgroßvater hatte es, meine Eltern führten Häuser, mir liegt die Hotellerie im Blut. Wenn ich morgens hier reinkomme, freue ich mich jeden Tag wieder sehr darauf, mit meinen Mitarbeitern unsere Gäste glücklich zu machen.“
Und woher kommt nun der Name "Stue"? Das Wort ist dänisch und heißt übersetzt Wohnzimmer. Genauso fühlt sich der Gast im gesamten Hotel ... (Februar 2026)
Hoteldirektor Zeev Rosenberg: "Wir sind das einzige Hotel in Europa mit direktem Eingang zum Zoo. Die Gäste freut´s!"
Gewinnspiel:
Reiseblick.net verlost ein Abendessen für zwei Personen im Restaurant Carta Blanche.
Frage: Wie viele Zimmer bietet das Hotel „Das Stue“ im Berliner Tiergarten?
Schreiben Sie eine Mail an: reiseblick@t-online.de
Einsendeschluss ist der 31. März, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Infos:
"Das Stue"
Drakestraße 1
10787 Berlin
Tel.: +49 30 3117220
e-Mail: info@das-stue.com
























