Franken-Urlaub bleibt sehr beliebt
- 10. Feb.
- 5 Min. Lesezeit
Mehr als 23 Millionen Übernachtungen und mehr als 10,5 Mio Gästeankünfte 2025

Von Fred Hafner
Ochsenfurt. Stabile Zahlen konnte der Tourismusverband Franken bei seinem Jahres-Pressegespräch am 9. Februar 2026 in Ochsenfurt (Fränkisches Weinland) präsentieren. Der fränkische Tourismus verzeichnete 2025 insgesamt 23.695.313 Übernachtungen und damit ein leichtes Minus von 0,4 Prozent gegenüber 2024. Die Gästeankünfte hingegen lagen mit 10.486.409 insgesamt 0,3 Prozent im Plus. „Damit liegen wir über dem hohen Niveau von 2023 bei den Übernachtungen und sogar über dem Rekordjahr 2024 bei den Gästeankünften“, erklärte Thomas Bold, Landrat des Landkreises Bad Kissingen und Vorsitzender des Tourismusverbandes Franken.
Konsolidierung nach sehr starken Vorjahren
Ein kleiner Wermutstropfen war der Rückgang bei den Übernachtungen im Auslandsreiseverkehr um 3,5 Prozent. Er sei vor allem im Kontext der außergewöhnlich starken Vorjahre zu bewerten, so Bold. „2024 war durch internationale Großereignisse in Bayern geprägt, darunter etwa die Fußball- Europameisterschaft. Diese Events haben auch auf Franken ausgestrahlt.“ 2025 hingegen fehlten diese Sondereffekte. „Nach mehreren Jahren kontinuierlichen Wachstums erleben wir nun eine Phase der Konsolidierung – bei insgesamt stabiler Nachfrage“, zog er Bilanz. Gleichzeitig mache sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld auch im Tourismus bemerkbar. Umso wichtiger sei es, den Fokus auf Qualität, Wertschöpfung und eine attraktive Angebotsstruktur zu richten.
Mehr Ankünfte, etwas weniger Übernachtungen – dieses Bild gibt es derzeit in vielen touristischen Regionen Deutschlands. Franken ist damit auch ein Spiegelbild des Tourismus im Inland. Dahinter steckt der Wunsch vieler Gäste, lieber mehrmals im Jahr zu verreisen, dafür etwas kürzer. Franken möchte die Aufenthaltsdauer der Gäste erhöhen, in dem es verstärkt Pakete aus Kulinarik, sportlicher Betätigung wie Wandern und Radfahren sowie Kunst und Kultur anbietet. Und zweifellos bietet gerade Franken durch seine große Vielfalt auf allen diesen Gebieten Herausragendes an – und das noch dazu auf einem interessanten Preisniveau!
Schon heute ist der Tourismus für die Wirtschaftskraft in Franken enorm wichtig: 11,4 Milliarden Euro werden durch ihn Jahr für Jahr erwirtschaftet! Die Touristen sichern damit insgesamt 175.000 Arbeitsplätze in der Region.
Wie sich der Anspruch in den 16 fränkischen Ferienlandschaften nach Qualität und attraktiven Angeboten konkret umsetzen lässt, sagte Thomas Eberth, Landrat des Landkreises Würzburg und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung Fränkisches Weinland Tourismus GmbH: „Wein, Radfahren und Kultur bleiben für uns starke touristische Themen, gerade für Tagesausflüge und Kurzurlaube. Das Fränkische Weinland zeigt, wie wichtig Qualität für die langfristige Attraktivität einer Region ist.“ Mit Neueröffnungen und Erweiterungen hochwertiger Beherbergungs- und Genussangebote sei die Angebotsqualität gezielt weiterentwickelt worden. Bestes Beispiel dafür sei das neue Hotel MEINTZ in Ochsenfurt, in dem das Jahres-Pressegespräch stattfand.

Angelika Schäffer, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Franken, konkretisierte die Zahlen für 2025 und ging hier auch auf die Situation in den einzelnen Ferienlandschaften, in den fränkischen Städten und Heilbädern ein. „Je nach Segment verlaufen die Entwicklungen unterschiedlich. Veränderungen ergeben sich oft auch durch Neueröffnungen, Renovierungen oder Betriebsschließungen in der Hotellerie“, erläuterte sie. Insgesamt zeigten sich die fränkischen Städte sowie die Heilbäder und Kurorte weiterhin stabil: „Umso entscheidender ist es, weiterhin gemeinsam zu agieren – mit starken Netzwerken und verlässlichen Partnerschaften.“ Schäffer verwies in diesem Zuge auf die außergewöhnliche kulturelle Vielfalt Frankens: „Von renommierten Festivals bis zu regional verwurzelten Veranstaltungen, von klassischen Konzerten bis zu Open-Air-Formaten in besonderer Kulisse – Franken ist eine herausragende Musik- und Festivalregion.“ Auch 2026 gibt es zahlreiche musikalische Jubiläen in Franken. Dazu zählen etwa „150 Jahre Bayreuther Festspiele“, „105 Jahre Mozartfest Würzburg“, „75 Jahre ION Nürnberg“, „50 Jahre Bardentreffen Nürnberg“, „40 Jahre Kissinger Sommer“ und „30 Jahre Taubertal-Festival“ in Rothenburg ob der Tauber.

Auslandsmarketing: Fokus auf die Niederlande
Im internationalen Marketing hat der Tourismusverband Franken 2026 vor allem die Niederlande im Blick. Sie sind für Franken ein sehr wichtiger Quellmarkt: Die meisten Übernachtungen ausländischer Gäste kommen von dort. „Die niederländischen Gäste haben eine hohe Affinität zu Radfahren, Genuss und Kultur und damit zu Themen, bei denen Franken besonders stark ist“, erklärte Thomas Bold. Die Marktbearbeitung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der BayTM und den weiteren bayerischen Regionalverbänden. Geplant sind unter anderem ein Event vor Ort, eine eigene Website sowie eine Content-Creator-Reise durch Franken.
Internationale Märkte zur Profilierung im Wettbewerb
Ingesamt kommen rund 15 Prozent der Gäste in Franken aus dem Ausland. Wichtige Quellmärkte sind weiterhin die USA, Asien, Österreich, Schweiz, Italien oder Skandinavien. Auch die Bearbeitung neuer Märkte wie Spanien oder Polen spielen in der Arbeit des Tourismusverbandes Franken eine wichtige Rolle. „Internationale Märkte tragen zur Stabilisierung der Nachfrage und zur Profilierung im Wettbewerb bei“, sagte Angelika Schäffer. Deshalb sei es auch ein großer Erfolg für die internationale Sichtbarkeit Frankens, dass Würzburg in die „Go List 2026“ des US- Reiseführers Fodor’s und Bayreuth in die „52 Places to Go“ der New York Times aufgenommen wurden.

Vorteile einer Mitgliedschaft
Breiten Raum nahm beim Pressegespräch die Bedeutung der Mitgliedschaft im Tourismusverband Franken und die damit verbundenen Vorteile ein. Denn Tourismusmarketing und Investitionen in touristische Infrastruktur sind freiwillige Leistungen der Kommunen. In Zeiten angespannter Haushalte stehe derzeit oft die Mitgliedschaft im Tourismusverband Franken und der damit verbundene Mitgliedsbeitrag zur Diskussion. „Wir leisten für unsere Mitglieder koordiniertes und strategisches Marketing in einer Dimension, die keine Kommune allein so stemmen kann“, betonte Angelika Schäffer. Professionelle Vermarktung, reichweitenstarke Kampagnen, internationale Marktbearbeitung und Pressearbeit seien nur im Verbund effizient umzusetzen und hätten im Verband eine weit größere Durchschlagskraft als im Alleingang. Zudem spiele die Auffindbarkeit in digitalen und KI-gestützten Systemen eine immer größere Rolle. Thomas Bold machte deutlich, welche Konsequenzen ein Austritt nach sich ziehe: „Nicht-Mitglieder werden vom Tourismusverband Franken nicht vermarktet. Sie finden in unserer Arbeit schlicht nicht statt.“ Von der Mitgliederseite her unterstrich Thomas Eberth den Mehrwert des gemeinsamen Handelns: „Gäste denken in Reiseräumen, nicht in Gemeindegrenzen. Das hat auch für uns als Ferienlandschaft konkrete Vorteile: Durch ein attraktives Umland verlängern sich die Aufenthalte in den Städten und die ländlichen Regionen wiederum profitieren von der Strahlkraft der Städte.“
Zum Abschluss spannte Thomas Bold den Bogen zu den Vorteilen, die der Tourismus für die einheimische Bevölkerung bringt: „Tourismus ist zum einen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der ortsgebundene Arbeitsplätze sichert. Zum anderen bereichern touristische Angebote die Infrastruktur für die Bevölkerung.“ Rad- und Wanderwege, Museen und Kulturangebote, Gastronomie, Thermen und Freizeitangebote wären ohne Tourismus in der jetzigen Fülle nicht vorhanden und die betroffenen Orte damit weniger attraktiv: „Doch nur lebendige Orte ziehen Unternehmen, Fachkräfte und damit auch Investitionen an. Wer in den Tourismus investiert, zahlt damit auch immer auf die Wirtschafts- und Standortpolitik ein.“ (Februar 2026)
Fotos: Hafner, Tourismusverband Franken
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