Internationales Medienforum für Islamische Zivilisation
In Usbekistan diskutieren 300 weltweit führende Medien- und Wissenschaftsexperten aus über 50 Ländern die mediale Vermittlung des historischen Erbes

Blick in den Tagungsraum im Zentrum für Islamische Zivilisation in Taschkent
Von Fred Hafner
Taschkent. Ein Internationales Medienforum mit dem Titel „Islamische Zivilisation: Neue Perspektiven – Neue Entdeckungen“ fand vom 24. bis 28. August 2026 in den usbekischen historischen Städten Taschkent und Samarkand statt. Die hochkarätige Veranstaltung versammelte rund 300 Teilnehmer aus über 50 Ländern, darunter renommierte Journalisten, Wissenschaftler, Dokumentarfilmer und Vertreter globaler Medienhäuser wie Euronews, CNN, BBC und Al Jazeera. Insgesamt waren 26 internationale TV-und Radiosender vertreten, dazu 14 internationale Verlagshäuser. Hauptveranstaltungsort war das neu etablierte Zentrum für Islamische Zivilisation in der usbekischen Hauptstadt Taschkent.
Mehr Infos hier: https://www.reiseblick.net/taschkent

Weltweit führende TV- und Medienhäuser waren Partner des Medienforums in Taschkent
Das Event wurde am Vorabend des 35. Jahrestags der Unabhängigkeit Usbekistans im Zentrum für Islamische Zivilisation in Taschkent eröffnet. Das Hauptziel bestand darin, das reiche historische und wissenschaftliche Erbe Zentralasiens aus einer modernen, globalen Perspektive zu beleuchten und neue Wege der internationalen Kooperation zu finden. Schwerpunkte des Treffens waren u.a. Kulturdiplomatie, internationale Medienkooperationen, Nutzung moderner Technologien wie Künstliche Intelligenz im Verlagswesen sowie touristische und mediale Vermittlung des historischen Erbes.

Tagungsort: Das Zentrum für Islamische Zivilisation in Taschkent
Diskutiert wurde, wie das intellektuelle und wissenschaftliche Erbe des „Islamischen Goldenen Zeitalters“ (damals führend bei neuen Erkenntnissen etwa in Algebra, Astronomie und Medizin) in den weltweiten Medien präsenter gemacht werden kann. Mehr als 70 internationale Projekte wurden initiiert, um das kulturelle Potenzial der Region über Dokumentarfilme, Verlage und digitale Technologien einem breiten Weltpublikum zugänglich zu machen. Die Experten aus Wissenschaften und Medien erörterten zudem das Potenzial von künstlicher Intelligenz in der Buchproduktion und im modernen Verlagswesen.

Claus Strunz, CEO und Editorial Director von EuroNews, hielt einen Impulsvortrag. EuroNews war Medienpartner
Das Medientreffen baute auf dem im Juli 2026 abgehaltenen 1. Internationalen Forum der Islamischen Zivilisation auf.
Aus Deutschland nahm unter anderem Claus Strunz, CEO und Editorial Director von EuroNews, teil. Der ehemalige Bild- und N24-Chef hielt einen Impulsvortrag, bevor es mit vier Paneels weiterging. EuroNews war ebenso wie CNN, BBC, Aljazeera, New York Times, Washington Post, Le Figaro, National Geographic, ANSA (Italien) TASS (Russland) und weiteren internationalen Stationen und Häusern offizieller Medienpartner in Taschkent. Strunz stellte u.a. einen internationalen Medienansatz zur Förderung des kulturellen Erbes und des Vermächtnisses der Islamischen Zivilisation vor. Dabei ging es darum, wie das historische, wissenschaftliche, spirituelle und kulturelle Erbe der Islamischen Zivilisation durch moderne Fernsehformate, digitale Plattformen und internationale Medienprojekte in den globalen Inforaum implementiert werden kann.


Imam-al-Buchārī-Mausoleum, 20 Kilometer nördlich von Samarkand
Neben den Plenarsitzungen und Fachpanels in Taschkent stand für die internationalen Delegierten auch ein Kulturprogramm auf der Agenda. Unter anderem reisten die Teilnehmer am 27. August nach Samarkand. Hier besuchten sie das Imam-al-Buchārī-Mausoleum. Es liegt nahe dem Dorf Hartang, 20 Kilometer nördlich von Samarkand. Die Grabstätte des islamischen Gelehrten al-Buchārī und der umliegende Gedenkkomplex gehören zu den bedeutendsten Pilgerstätten Usbekistans.


Observatorium des Astronomen Mirzo Ulugbek
Besondere Nekropole in Samarkand: das Schahi-Sinda-Ensemble
In Samarkand fuhren die Teilnehmer zum Registan-Platz, zum Ulugbek-Observatorium mit den Überresten einer im 15. Jahrhundert errichteten Sternwarte des Astronomen Ulug Bek sowie zum Schahi-Sinda-Ensemble.

Nicht nur bei Touristen und Einheimischen, auch bei Brautpaaren beliebt: der Registan-Platz in Samarkand
Am 28. August nahmen die Teilnehmer an den Feiern zum 35. Unabhängigkeitstag Usbekistans teil. Präsident Shavkat Mirziyoyev gratulierte dem usbekischen Volk mit einer Rede herzlich zu diesem Jahrestag. Das aufstrebende Land beging den Feiertag mit einer aufwändigen dreistündigen Show. Sie zeichnete mit imposanten Bühnenbildern und Lichteffekten die Geschichte Usbekistans seit dem 14. Jahrhundert bis heute nach. Die Veranstaltung mündete in eine Musikshow mit internationalen Stars wie Jose Carreras und Sarah Brightman.

Hochprofessionelle Bühnenshow zum 35. Unabhängigkeitstag Usbekistans

Mehrere Tausend Teilnehmer feierten fröhlich und ausgelassen
Der Tourismus in Zentralasien entwickelt sich weiterhin rasant: Zum Jahresende 2025 verzeichnet imsbesondere Usbekistan ein starkes und dynamisches Wachstum in der Tourismusbranche. Fast 12 Millionen ausländische Touristen besuchten das Land, was einem Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Export von Tourismusdienstleistungen überstieg 4,8 Milliarden US-Dollar. Dies bestätigt das wachsende internationale Interesse an Usbekistan und die Stärkung seiner Position als eines der vielversprechendsten Reiseziele der Region. (August 2026)
Usbekistan-Infos:
Anreise: von Deutschland über Istanbul oder Baku nach Taschkent (9 Stunden). Alternativ direkt, aber nicht täglich, ab Frankfurt oder München nach Taschkent (6,5 Stunden).
Einreise: visafrei bis 30 Tage, Pass erforderlich
Geld: 1 Euro entspricht 14.000 usbekische Som.
Bargeld ist King, kleine Dollar- und Euro-Scheine mitnehmen
Gesundheit: Auslands-KV sehr empfehlenswert
Fotografieren: Wer Menschen aufnimmt, sollte vorher um Erlaubnis fragen. Ansonsten kaum Einschränkungen, außer an Grenzen und militärischen Anlagen.
Essen und Trinken: Die Versuchungen der exzellenten Küche mit großen Obst- und Gemüseangebot sind gewaltig. Um Durchfallerkrankungen zu vermeiden, ist besonders in den ersten Tagen etwas Zurückhaltung empfohlen. Ansonsten gilt die alte Regel: "Peel it, boil ist, cook it or forgoet it." Vor großen Restaurants finden sich am Eingang oft Handwaschbecken.
Beste Reisezeit: Wegen der großen Sommerhitze März bis Juni oder September bis November
Islamische Bauwerke:
Moschee: Die Moschee war und ist als zentraler Treffpunkt und Ort des Gebetes wichtigstes islamisches Bauwerk. Dank vieler Neubauten in den Jahren seit der Unabhängigkeit findet man heute auch in Usbekistan in jeder Stadt und jedem Dorf wieder Moscheen. In deren massiven Kuppelgebäude bildet die nach Mekka ausgerichtete und Mihrab genannte Gebetsnische den zentrale Bezugspunkt. Sie ist die „Pforte zum Himmel“.
Minarrett: Die meisten Moscheen haben ein oder mehrere Minarette. Diese Turmbauten dienten in der Vergangenheit in erster Linie dem Geistlichen, um die Gläubigen fünfmal täglich zum Gebet (namaz) aufzurufen. Heute übernimmt das moderne Technik.
Medrese: DIe Medrese (madrasa) ist eine muslimische Bildungseinrichtung, häufig auch Koranschule genannt. Sie besteht in der Regel aus einem rechteckigen Innenhof, um den in zwei Stockwerken die Studien- und Wohnräume für die Schüler gruppiert sind. Fenster und Ausgänge gehen ur zum Innenhof. Das Eingangsportal ist häufig sehr prachtvoll.
Mausoleum: Das Mausoluem (maqbara) ist ein besonders prachtvolles Grabmal zum repräsentativen Gedenken an Verstorbene und deren Vermächtnis. Es kombiniert eine Gruft und einen Andachtsraum auf einer oder zwei Etagen.