Traumschleifen und -schleifchen: Warum wandern wieder „in“ ist
Der Verbund „Best of Wandern“ bietet europaweit mit Partnerregionen, Outdoorfirmen und Testcentern ein einzigartiges Angebot – auch im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Von Fred Hafner
Erbeskopf. Claudio kennt sie alle: laute Kindergruppen, rüstige Rentner, gestresste Manager, schweigsame Einzelwanderer, streitende Ehepaare, verliebte Pärchen. Denn der 59-Jährige ist Bus- und Taxifahrer in der Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald. Besonders gern fährt Claudio den Rufbus. „Unsere Rufbusse sind eine tolle Einrichtung. Mit ihnen können sich unsere Gäste die gesamte Nationalparkregion erschließen. Wir fahren stündlich zu Start- und Endpunkten von Wanderungen, zu denen man sonst nicht hinkommen würde.“ Die Nutzung der Rufbusse ist unkompliziert: Sie verkehren in dichtem Takt. Man meldet sich bis zu 60 Minuten vor der Fahrt telefonisch oder im Netz an – pünktlich steht der Kleinbus an der Haltestelle.
Die Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald ist nicht nur hinsichtlich Verkehrserschließung ein bestens präpariertes Wandergebiet. Es gibt Hunderte Wanderwege, hier charmant als „Traumschleifen“ und „Traumschleifchen“ bezeichnet. Es gibt Wildtiergehege, Talsperren, Wasserwerke für Besucher, charmante kleine Städte und Orte, nicht zu hohe Berge. „Das sind genau die richtigen Partner für uns“, sagt Verena Weiße in Köln. Sie führt den 2007 gegründeten Verbund „Best of Wandern“ seit nunmehr 17 Jahren. „Wir stehen für einen sorgenfreien, einzigartigen Wanderurlaub in den schönsten Wanderregionen Europas“, sagt die gelernte Journalistin.

Wildtiergehege Wildenburg Ranger Gerd Welker Spiele am Wanderweg Erbeskopf
Wildtiergehege am Eingang Wildenburg. Ranger Gerd Welker führt durch den Nationalpark. Kinder gibt es unterwegs zahl- und lehrreiche Unterhaltung
Der Verbund ist eine Kooperation aus europäischen Wanderregionen, Ausrüstungsherstellern, Reiseveranstaltern und Tourenportal. Gemeinsames Ziel ist es, unvergessliche Wandererlebnisse für alle zu bieten. Das Konzept dahinter: branchenübergreifende Kooperation für Wandertourismus kombiniert mit einem kostenlosen Testcenter-Service für Wanderausrüstung vor Ort. Letztere sind einzigartig – und sie gibt es in allen Best of Wandern-Regionen. Hier kann man Wanderausrüstung führender Hersteller komplett kostenfrei ausleihen und testen – für einen sorgenfreien und unkomplizierten Wanderurlaub. Ob Schuhe, Stöcke, Rucksack, selbst eine Babytrage oder Hundegeschirr – seit nunmehr 19 Jahren können Wanderer die kostenfreie Ausrüstung ausgiebig testen. Auch die – fast ausschließlich – namhaften Markenhersteller profitieren: Der eine oder andere Gast ist angefixt und kauft sich nach dem Wanderurlaub die entsprechende Ausrüstung für künftige Touren. Eine Kaufverpflichtung besteht nicht. Die Firmen genießen Exklusivität in den Testcentern genau wie die Regionen bei Best of Wandern. Und die Kunden? Sie haben Zugriff auf ein einzigartiges, branchenübergreifendes Netzwerk – bestehend aus Nationalparken, Naturparken, Naturschutzgebieten, auf führende Outdoorfirmen, etwa Marktführer wie Zeiss und Vaude, auf führende Familienunternehmen wie Kochalpin, Scarpa, Black Diamond sowie auf Europas zweitgrößten Reiseveranstalter DERTOUR. Über ihn sind Best of Wandern Urlaube buchbar. Die Touren werden über Europas großes Tourenportal Outdooractive gesucht und geplant.

Testcenter Harfenmühle Testcenter Harfenmühle
Testcenter Harfenmühle: Sogar Hundegeschirr und Babytragen zum kostenlosen Verleih
Der Kooperationsverbund „Best of Wandern“ umfasst derzeit folgende Partnerregionen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien:
Arberland / Bayerischer Wald (Deutschland)
Donaubergland / Schwäbische Alb (Deutschland)
Region Edersee (Deutschland)
Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald (Deutschland)
Nationalparkregion Hohe Tauern Kärnten (Österreich)
Silberregion Karwendel (Österreich)
Surselva / Graubünden (Schweiz)
Ostbelgien (Belgien)
Und jede bietet ein Testcenter.
Campingplatz Harfenmühle Campingplatz Harfenmühle
5-Sterne-Premium Campingplatz Harfenmühle, natürlich mit eigenem Badesee
In der Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald ist das die Harfenmühle. Der 5-Sterne-Premium-Campingplatz in Mörschied mit 8,5 Hektar großer Fläche bietet 120 Stellplätze. Dazu zwölf Ferienwohnungen in Bungalows mit 55 Betten, einen Schwimmteich, einen Hofladen sowie ein Restaurant. Timo Koch (46) leitet den Platz. Er hat ihn von Vater Dieter (74) übernommen, der ihn seit 1984 führte und noch gern mit Hand anlegt. „Wir gehören zu den Premium Camps, einer Kooperation familiengeführter Campingplätze in ganz Deutschland mit hohen Qualitäts- und Servicestandards und persönlicher Gästebetreuung. Unsere wichtigste Zielgruppe sind Familien mit Kindern. Dazu kommen Naturliebhaber, Wanderer und Ruhesuchende, die vor allem in der Vor- und Nachsaison zu uns kommen“, sagt Timo Koch.
Um die idyllisch gelegene Harfenmühle zu erreichen, braucht man ein Auto –oder eben einen Rufbus (was problemlos funktioniert). Egal, ob man vom Bahnhof Idar-Oberstein oder aus Fischbach-Weierbach (beide an der Nahetalbahn Mainz-Saarbücken gelegen) anreist.
Campingplatz Harfenmühle Campingplatz Harfenmühle
Ferienwohnungen, Stellplätze und familiengerechte Wegenamen
35.000 Übernachtungen hat die Harfenmühle jährlich. Die meisten Gäste, etwa 80 Prozent, kommen aus der Umgebung: Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, viele aus Holland. Aber auch Schweizer, Italiener, Franzosen, sogar Koreaner und Chinesen haben die Harfenmühle als Standort zum Erkunden des Nationalparks Hunsrück-Hochwald schon gewählt.
Belebt die Zusammenarbeit mit Best of Wandern das Campinggeschäft, vielleicht auch in nicht so nachfragestarken Wochen, wollen wir wissen. „Ja, genau darin liegt für uns der größte Nutzen. In den Ferien sind wir mit Familien gut ausgelastet. Wanderer reisen dagegen gerne im Frühjahr und im Herbst an, wenn es ruhiger wird und das Wetter zum Wandern ideal ist. Best of Wandern ergänzt unser Kerngeschäft ideal und hilft uns, die Saison zu verlängern und die ruhigeren Wochen zu beleben“, sagt Timo Koch.
Und so ist auch das Best-of-Wandern-Testcenter in der Harfenmühle reichlich bestückt. Hier gibt es Schuhe für Damen, Herren und Kinder und in jeder Grösse. Es gibt Wanderstöcke und -stäbe, Ferngläser, Jacken, Hosen, Regenschutz, sogar Hundeleinen und -geschirr. „Schuhe, Jacken und Stöcker werden am meisten ausgeliehen“, ist Timo Kochs Erfahrung, „aber auch die exotischen Dinge erfreuen unsere Gäste.“ Und Verena Weiße sagt: „Unsere Testcenter sind nach einem gewissen Standard ausgestattet, aber auch ein Stück individualisiert – je nach den Wünschen unserer Gäste an dem speziellen Standort.“
Timo Koch Verena Weiße Petra Prehm
Ihre Kooperation bringt Synergien für Urlauber und für ihre Unternehmen selbst: Timo Koch, Leiter Campingplatz Harfenmühle, Verena Weiße, Chefin Best of Wandern, und Petra Prehm, Marketingexpertin Hunsrück-Nahe (v.l.)
Peter (43) und Irina (38) Brösel sind mit ihren Kindern Jan (8) und Marie (10) hier. Der gelernte Bauzeichner und die Lehrerin kommen aus Teterow in Mecklenburg-Vorpommern. Sie sind zum ersten Mal in der Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald. „Wandern ist ja auf den ersten Blick nicht so interessant für Kinder. Aber dann haben wir von Best of Wandern gelesen“, sagt Irina. „Vor allem die Testcenter haben uns überzeugt. So können wir die ganze Familie einmal einkleiden und die teure Ausrüstung testen. Wenn es gefällt, werden wir es später auch kaufen“, ergänzt Peter.
Mit Ranger Gerd Welker (60) geht die Familie heute auf den Erbeskopf. Der ist mit 816 Metern die höchste Erhebung von Rheinland-Pfalz. „Als Ranger muss man einen `grünen Beruf haben´“, sagt Welker, der selbst vor 45 Jahren Forstwirt gelernt hat. 26 Ranger (23 Männer, 3 Frauen) führen durch die Kernzone des Nationalparks, jede(r) bis zu dreimal pro Woche. Außer dem Erbeskopf sind die Wildenburg mit dem Wildfreigehege bei Kempfeld und der Keltenring mit dem Keltenpark bei Otzenhausen weitere sogenannte Eingangstore in den Hunsrück-Nationalpark.
Beliebt ist der ausgezeichnete Fernwanderweg „Saar-Hunsrück- Steig“, der mitten durch den Park führt. Wem die 410 Kilometer zu lang sind (also den meisten), der findet 111 sogenannte „Traumschleifen“, etwa „Gipfelrauschen“, „Börfinker Ochsentour“, „Hubertusrunde“, „Dollbergschleife“, „Kirschweiler Festung“ oder „Trauntal-Höhenweg“. Das sind kürzere Abzweige vom Saar-Hunsrück- Steig, die zu spektakulären Höhepunkten und nach 7 bis maximal 14 Kilometern wieder zum Ausgangspunkt zurück führen.
Mehr dazu hier:
Welker ist jetzt seit 10 Jahren Ranger, führt jährlich rund 1.000 Gäste. „Die sind immer dankbar, das macht mir richtig Freude“, sagt er.
Logo Best of Wandern Beschilderung Wanderwege Hunsrück
Logo von Best of Wandern, bestens präpariertes und beschildertes Wandergebiet für jeden Geschmack
Petra Prehm vermarktet die Region Hunsrück-Hochwald. „Unser Nationalpark ist erst zehn Jahre jung und wird noch weiter entwickelt“, sagt sie. Der Park ist länderübergreifend: 90 Prozent seiner Fläche liegen in Rheinland-Pfalz, 10 Prozent im Saarland. „Wir legen viel Wert auf den Schutz einheimischer Tiere und Pflanzen“, sagt Prehm. Dafür steht etwa unser Wildfreigehege Wildenburg. Genauso wichtig sind schöne Kinderspielplätze, wie etwa am Nationalparktor Erbeskopf, um gezielt Familien mit Kindern zu begeistern.“ Das Konzept kommt an: An einem Wochentag im Oktober toben viele Kinder hier am Nationalparktor auf dem wirklich sehr schön angelegten Spielplatz, nachdem sie zuvor mit ihren Eltern auf dem Erbeskopf waren oder auch nur ein „Traumschleifchen“ gelaufen sind.
Die Partnerschaft des Nationalparks Hunsrück-Hochwald mit Best of Wandern besteht seit Herbst 2020. „Für uns war es wichtig, in diesem Netzwerk vermarktet zu werden, damit Bekanntheit zu gewinnen und mehr Gäste zu erreichen“, sagt Prehm. Das habe der gesamten Region „einen Schub gegeben“, so die Marketing-Managerin. „Wir waren zwar schon immer ein Wandergebiet, aber durch die Kooperation mit Best of Wandern haben wir natürlich noch mal mehr Wert auf den Ausbau, auf die Beschilderung und auf die Geländegängigkeit von Wanderwegen gelegt. Und uns damit auch selbst oft auf diesem Gebiet sehr verbessert.“
Heute gibt es hier durch den Saar-Hunsrück-Steig, durch „Traumschleifen“ und „Traumschleifchen“, nicht nur eine große Vielfalt und Qualität von Wanderwegen, sondern auch für jede Altersgruppe und für jeden Schwierigkeitsanspruch genau das passende Wanderangebot. „Das ist gerade für Familien mit kleinen und großen Kindern sehr wichtig“, weiß Prehm. „Denn Wandern darf für sie nicht zu lang und nie langweilig sein.“
WissensWasserWerk Steinbachtalsperre Steinbachtalsperre WasserWissensWanderung Steinbachtalsperre
Die Steinbachtalsperre bei Kempfeld bietet Besuchern eine interaktive Ausstellung und einen 1,5 km langen
"Wissenswanderweg" über die Staumauer
Gibt es denn gar nichts zu verbessern? Doch: Sowohl Prehm als auch Koch wünschen sich, dass die verschiedenen Partner von Best of Wandern mehr Austausch miteinander pflegen, sich gegenseitig bewerben und unterstützen, ihre Erfahrungen weitergeben. „Wer bei uns im Hunsrück gewandert ist, sollte auch Lust auf die anderen Best of Wandern-Regionen bekommen – und umgekehrt“, sagt Koch.
Herrstein Herrstein Herrstein

Herrstein ist eine malerische Gemeinde im Hunsrück. Bekannt ist der Ort für seinen mittelalterlichen Ortskern mit reich verzierten Fachwerkshäusern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Und in der "Zehntscheune" isst man traditionell
Auch Verena Weiße hat bereits neue Pläne: „2027 wird das Wipptal zwischen Innsbruck und Brenner Teil unseres Verbunds.“ Das Vogtland und der Bliesgau haben schon Interesse bekundet, man sei in „guten Gesprächen“, sagt Weiße. Dabei geht es der Macherin immer um Qualität statt Quantität: „Potentielle Regionen müssen als Grundvoraussetzung ein sehr gut ausgebautes Wandernetz aufweisen. Und es muss die Infrastruktur für ein Testcenter vorhanden sein. Außerdem ist mir eine langfristige Zusammenarbeit wichtig.“
Keine Frage: Wandern ist längst wieder „in“. Es hat sich zu einem (neuen) Trend gemausert. Best of Wandern hat daran europaweit einen großen Anteil. (Oktober 2026)
Infos und Buchungen:
Rufbus buchen:
Anreise:
Bahn:
ICE bis Frankfurt, RE bis Idar-Oberstein, dann Linien- oder Rufbus ans Ziel
Auto:
A 61 bis Dreieck Bad Kreuznach, dann B 41 aus Süden.
A 61 bis Dreieck Rheinböllen, dann B 50/B 327 aus Norden.
„Traumschleifen“ und „Traumschleifchen“ im Nationalpark Hunsrück-Hochwald:
Traumschleifen (Die „großen“ Schwestern)
Länge: Ca. 6 bis 18 Kilometer (meistens um die 10–12 km).
Dauer: Rund 3 bis 6 Stunden.
Anspruch: Sportlich, mit teils kräftigeren Anstiegen und mehr Höhenmetern.
Pfadanteil: Sehr hoher Natur- und Pfadanteil (oft schmale, urige Wege durch Klammen, Täler oder über Höhenzüge).
Klassifizierung: Zertifizierte Premium-Rundwanderwege des Deutschen Wanderinstituts.
Anzahl: Über 110 verschiedene Touren.
Traumschleifchen (Die „kleinen“ Geschwister)
Länge: Ca. 3 bis 7 Kilometer (kompakt und überschaubar).
Dauer: Rund 1 bis 2 Stunden.
Anspruch: Leicht, mit flacherem oder moderatem Höhenprofil; deutlich weniger anstrengend.
Zielgruppe: Ideal zum „Schnuppern“, für Familien mit Kindern, Spaziergänger, Genusswanderer oder Personen mit wenig Zeit.
Klassifizierung: Zertifizierte Premium-Spazierwanderwege.
Anzahl: Eine wachsende Reihe von kleineren Ergänzungstouren (ca. 13–27 je nach genauer Teilregion).
Beide Wegeformate sind als Rundwege angelegt. Beide bieten eine hohe Erlebnis- und Landschaftsqualität sowie eine einheitliche, sehr gute Ausschilderung


